Gerade jetzt, wo die Tage wieder länger und wärmer werden, nutzen viele das Fahrrad oder Pedelec, um zur Arbeit zu fahren oder Touren zu unternehmen. Doch leider kommt es immer wieder zu schweren Verkehrsunfällen mit Radfahrenden. 2025 entfielen rund 34 Prozent aller Unfälle mit Personenschaden auf Fahrräder oder Pedelecs – also mehr als jeder dritte Unfall. 106 Menschen sind dabei im vergangenen Jahr ums Leben gekommen – die höchste Zahl im Zehnjahresvergleich.
Deshalb ist die Sicherheit von Radfahrenden das diesjährige Schwerpunktthema der NRW Initiative – #sicherimStraßenverkehr.
In Arnsberg-Neheim verwandelte die NRW Initiative heute die gesamte Fußgängerzone in einen großen Aktionsbereich, in dem sich alles um die Sicherheit von Radfahrenden drehte. Innenminister Herbert Reul, Verkehrsminister Oliver Krischer, Bürgermeister Ralf Paul Bittner (Arnsberg) sowie Kreisdirektor Drathen (HSK) eröffneten feierlich den Aktionstag und besuchten die zahlreichen Stände und Aktionen der Netzwerkpartnerinnen und -partner der NRW Initiative.
Besonders hat sich die NRW Initiative über den Besuch und die eindrücklichen Worte von Bundeskanzler Friedrich Merz gefreut, der gerade an die Erwachsenen appellierte, dass sie eine Vorbildfunktion für Kinder im Straßenverkehr haben.
Die Besucherinnen und Besucher konnten hier ihr Geschick in einem Fahrradparcours testen, ihr Fahrrad überprüfen lassen, einen Gesundheitscheck oder einen Helmtest durchführen.
Ebenfalls wurde den Anwesenden die Chance eröffnet, sich mit den Gefahren des „toten Winkels“ eines LKW auseinanderzusetzen. Darüber hinaus konnten sich Besucherinnen und Besucher mit Hilfe der sogenannten Gulliver-Fahrzeuge als Erwachsene den Straßenverkehr aus der Sicht eines Kindes vergegenwärtigen.
Auch ohne Fahrrad oder Pedelec gab es zahlreiche Möglichkeiten zur Teilnahme. Pedelec- und Pkw-Simulatoren, Virtual-Reality-Brillen, ein Bremsteppich, Rauschbrillen, Erste-Hilfe-Präsentationen, die Präsentation eines Verkehrsunfallaufnahmeteams, Mediensäulen sowie ein Puppenspiel rundeten das Programm ab.
Damit zukünftig auch der Schulweg mit dem Fahrrad für die Grundschülerinnen und Grundschüler in Arnsberg noch sicherer wird, wurden kostenlose Fahrradhelme überreicht.
Die Zusammenkunft wurde ebenfalls dazu genutzt, weitere Beitrittsurkunden an neue Partnerinnen und Partner zu übergeben. Neben dem Beitritt der Stadt Arnsberg, dem Hochsauerlandkreis und der Stadt Köln freuten sich die Minister Reul und Krischer sowie der Geschäftsführer der NRW Initiative – #sicherimStraßenverkehr, Polizeioberrat Szech, über die Aufnahme des Verbandes Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e. V..
Innenminister Herbert Reul:
„Radfahren ist Freude für Jung und Alt, aber es verlangt auch Verantwortung. Auf zwei schmalen Rädern kann man im Straßenverkehr leicht übersehen werden. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit reicht manchmal schon aus, und aus einer schönen Fahrt wird ein schwerer Unfall. Deshalb müssen wir alle im Straßenverkehr besser aufeinander achten – egal ob auf dem Fahrrad, im Auto oder zu Fuß. Gerade bei schnellen Pedelecs gilt: Kontrolle behalten, Rücksicht nehmen und am besten einen Helm tragen.“
Verkehrsminister Oliver Krischer:
„Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, muss sich auf den Wegen in Nordrhein-Westfalen sicher fühlen. Deshalb investieren wir konsequent in bessere und sichere Radwege und werben für mehr Rücksicht im Straßenverkehr. Das motiviert noch mehr Menschen in die Pedale zu treten, ist gut fürs Klima, gut für die Städte und gut für die eigene Gesundheit.“
Geschäftsführer Polizeioberrat Szech:
„Wir freuen uns, dass die NRW Initiative - #sicherimStraßenverkehr weiterwächst und mit ihren 51 Partnerinnen und Partnern mittlerweile bundesweit das größte verkehrsfachliche Netzwerk dieser Art ist.“
Im Weiteren folgen weitere Zitate an der Jahresschwerpunktaktion beteiligter Partnerinnen und Partner.
Frau Köster (Johanniter-Unfall-Hilfe, Regionalverband Südwestfalen): „Sicherheit beginnt für uns nicht erst im Notfall, sondern im Alltag der Menschen. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir uns als Johanniter-Unfall-Hilfe e. V. Regionalverband Südwestfalen an der Veranstaltung zur Radfahrsicherheit in Arnsberg beteiligen dürfen. Mit Angeboten wie unserem Hausnotruf, der Erste-Hilfe-Ausbildung oder auch der ehrenamtlichen Drohnenstaffel setzen wir uns jeden Tag dafür ein, Bürgerinnen und Bürgern in Südwestfalen mehr Sicherheit und Unterstützung zu bieten. Als Partner der NRW-Initiative #sicherimStraßenverkehr ist es uns ein wichtiges Anliegen, gemeinsam Aufmerksamkeit für sichere Mobilität und gegenseitige Rücksichtnahme im Straßenverkehr zu schaffen. Solche Veranstaltungen leisten einen wertvollen Beitrag für mehr Sicherheit und ein gutes Miteinander.“
Herr Packmohr (Vorstand FUSS e. V.): "Gehwege sind grundsätzlich keine Radwege, Radfahrende brauchen eine eigene Infrastruktur. Gefordert ist: Sichere Radwege und Tempo 30 i. g. O., hin zu einer menschen- und nicht mehr autogerechten Stadt."
Herr Zietan (ADFC NRW): „Die steigenden Unfallzahlen im Radverkehr erfordern, dass wir jetzt dringend handeln müssen. Politik, Verwaltung und Polizei müssen ihre Maßnahmen im Sinne der Vision Zero konsequent an ungeschützten Verkehrsteilnehmenden, also den Fußgänger:innen und Radfahrer:innen, ausrichten. Dafür braucht es ein sicheres und durchgängiges Radwegenetz, reduzierte Geschwindigkeiten, sichere Kreuzungen und wirksame Kontrollmaßnahmen zur Einhaltung von Verkehrsregeln und Überholabständen.“
Frau Dr. Schaefer (ZNS-Stiftung): „Kluge Köpfe radeln mit Helm. Ein Helm kann Unfälle nicht verhindern, aber er hilft, die Schwere der Folgen abzumildern.“
Frau Ulbrich (Straßen.NRW): „Straßen.NRW präsentierte seine Maßnahmen zur Roteinfärbung von Radfurten, die die Sichtbarkeit und Sicherheit des Radverkehrs an Kreuzungen und Einmündungen erhöhen sollen. Zudem informierte der Landesbetrieb über seine vielfältigen Karrieremöglichkeiten. Beides stieß bei den Besucherinnen und Besuchern auf reges Interesse.“
Herr Lutter (DEKRA, Niederlassung Meschede): „DEKRA macht die Welt jeden Tag ein Stück sicherer. So auch auf dem Aktionstag Radfahrsicherheit in Arnsberg-Neheim. Die Experten der DEKRA demonstrierten mit sog. Gulliver Autos den großen Besuchern die Sichtweise eines Kindes im Straßenverkehr. Noch wichtiger war es aber, den kleinen Besuchern den ‚Toten Winkel‘ am LKW zu erklären. Wer noch nie selbst einen LKW gefahren hat, kann sich die Sichtverhältnisse aus der Fahrerkabine überhaupt nicht vorstellen.“
Herr Althaus (Verband Verkehrswirtschaft und Logistik NRW e. V.): „Zu den Zielen des Verband Verkehrswirtschaft und Logistik Nordrhein-Westfalen e.V. (VVWL) zählt u. a. die Verbesserung der Verkehrssicherheit. Daher engagieren wir uns an zahlreichen lokalen und regionalen Verkehrssicherheits- und Präventionsmaßnahmen im Straßenverkehr und beteiligen uns gerne an der NRW Initiative - #sicherimStraßenverkehr. Wir stärken das Miteinander von Schwerlastverkehr und schwächeren Verkehrsteilnehmern und tragen aktiv zur ‚Vision Zero‘ bei.“
Die NRW Initiative wurde im 2024 unter der Federführung der Ministerien des Innern sowie für Umwelt, Naturschutz und Verkehr und unter Beteiligung der Ministerien für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration sowie Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen aufgebaut.
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