NRW Initiative - #sicherimStraßenverkehr

Verkehrsraumgestaltung

Eine bedarfsgerechte Verkehrsinfrastruktur ist ein zentraler Baustein für die Sicherheit von Verkehrsteilnehmenden – insbesondere für den Radverkehr. Um einzelne Aspekte gezielt betrachten zu können, lohnt sich ein Blick auf grundlegende Zusammenhänge wie Unfallzahlen, Unfallursachen sowie übergeordnete Leitbilder, wie die Vision Zero.

Viele Städte und Gemeinden entwickeln eigene Aktionspläne zur Verkehrssicherheit. Diese schaffen einen strukturierten Überblick über Handlungsfelder, bündeln Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur und fördern die Zusammenarbeit zwischen Verwaltung, Politik und Öffentlichkeit.

Praxisbeispiel aus der kommunalen Umsetzung:

Ein Bild von Bauarbeiten vor einem Gebäude

Die Stadt Aachen hat einen umfassenden Aktionsplan zur Verkehrssicherheit entwickelt, der insbesondere die Infrastruktur für den Radverkehr in den Fokus stellt. Der Ansatz kann als Orientierung für andere Kommunen dienen.

Die Gestaltung des Verkehrsraums ist ein wesentlicher Hebel zur Verbesserung der Verkehrssicherheit. Dabei spielen unterschiedliche Aspekte eine Rolle, die je nach örtlichen Begebenheiten und Zielgruppen variieren können.

Im Folgenden werden ausgewählte Maßnahmen aufgeführt, die dazu beitragen können, die Verkehrsraumgestaltung gezielt weiterzuentwickeln und die Sicherheit nachhaltig zu erhöhen.

Weitere Informationen

Ein Bild einer Straße ohne Verkehr mit Bürgersteigen und Bepflanzung

Die bauliche Gestaltung von Straßen spielt eine entscheidende Rolle für die Verkehrssicherheit und die Vermeidung von Unfällen. Eine durchdachte Straßenverkehrsplanung sorgt dafür, dass Fahrbahnen, Kreuzungen, Rad- und Gehwege klar erkennbar und logisch geführt sind. Gute Sichtverhältnisse, also die Minimierung von Sichtbehinderungen, ausreichende Beleuchtung und instandgehaltene Straßenbeläge reduzieren das Risiko von Unfällen. Verkehrsberuhigende Elemente wie Kreisverkehre, Fahrbahnverengungen oder Aufpflasterungen zwingen zur angepassten Geschwindigkeit und fördern ein vorausschauendes Fahren. Auch die Trennung von unterschiedlichen Verkehrsteilnehmenden, etwa durch separate und ausreichend breite Geh- und Radwege oder sichere Fußgängerüberwege, schützen besonders gefährdete Gruppen. Eine sichere, gut gestaltete Infrastruktur ist die Grundlage für einen flüssigen, übersichtlichen und unfallarmen Straßenverkehr.

Da sich die Interessen der verschiedenen Gruppen im Straßenverkehr teilweise unterscheiden, ist es wichtig im Dialog alle Blickwinkel einzubeziehen und einen gemeinsamen Nenner zu finden, um mehr Verständnis füreinander zu entwickeln und die gegenseitige Rücksichtnahme zu etablieren. Hierzu dienen öffentliche Informationsveranstaltungen mit den Straßenbaulastträgern oder Workshops unterschiedlicher Partnerinnen und Partner wie dem FUSS e.V. oder dem ADFC.

Eine nicht zu vernachlässigende Zielgruppe sind in diesem Zusammenhang Schülerinnen und Schüler, die sich täglich im Straßenverkehr bewegen und diesen häufig aus einer anderen Perspektive wahrnehmen als Erwachsene.

Hinweis: Dies ist nur ein erster Überblick. Informationen zur Vorbereitung, möglichen Partnern sowie weiteres Material erhalten sie nach einer Registrierung durch die Geschäftsstelle.

Auf einer Straße ist mit Farbe ein weißes Fahrrad markiert

Der Ausbau eines sicheren, durchgängigen und attraktiven Radwegenetzes ist ein zentraler Baustein moderner Verkehrsraumgestaltung. Die Weiterentwicklung dieser Infrastruktur ist ein kontinuierlicher Prozess, der sich an den Bedürfnissen der Radfahrenden orientiert und laufend angepasst werden muss. Ziel ist es, gute Voraussetzungen für komfortables, sicheres und effizientes Radfahren zu schaffen.

Dabei liegt die Verantwortung nicht allein bei Ingenieurbüros und kommunalen Verwaltungen. Ebenso wichtig ist das Engagement von Bürgerinnen und Bürgern, die durch Hinweise, Ideen und Rückmeldungen zur Verbesserung beitragen. Voraussetzung dafür sind geeignete Beteiligungsformate und Plattformen, über die Anregungen gesammelt und gebündelt an Verwaltung und Politik weitergegeben werden.

Parallel dazu spielen Initiativen, Forschungseinrichtungen und Interessenvertretungen des Radverkehrs eine wichtige Rolle: Sie identifizieren Schwachstellen, entwickeln praxisnahe Maßnahmenvorschläge und unterstützen Kommunen mit konkreten Handlungsempfehlungen. Dazu gehört auch die Betrachtung einzelner Aspekte wie etwa die Bedeutung einer angemessenen Beleuchtung von Radwegen für die Sicherheit und Nutzbarkeit.

Auch unsere Netzwerkpartnerinnen und -partner wie z. B. der ADFC und die BASt bieten Portale für Anregungen zur Verbesserung des Radwegenetzes an. Die gebündelten Ideen und Maßnahmenpakete erreichen zielgerichtet die zuständigen Stellen in Verwaltung und Politik. Teilweise bieten Städte und Kommunen eigene Meldeportale an bzw. können auf die Kommunikationspakete zugreifen.

Hinweis: Dies ist nur ein erster Überblick. Informationen zur Vorbereitung, möglichen Partnern sowie weiteres Material erhalten sie nach einer Registrierung durch die Geschäftsstelle.

Eine Menschengruppe vor dem Plakat zur Fahrradstraße

Die Verkehrssituation vor Grundschulen ist insbesondere zu Unterrichtsbeginn und -ende häufig angespannt und unübersichtlich. Vor allem der Hol- und Bringverkehr durch Eltern und Angehörige (sog. Elterntaxi) führt regelmäßig zu gefährlichen Situationen für Kinder im direkten Schulumfeld. Eine wirksame Maßnahme zur Verbesserung der Sicherheit ist die Einrichtung temporärer Schulstraßen.

Dabei werden Straßen im Bereich der Schule zu bestimmten Uhrzeiten für motorisierte Fahrzeuge, wie Autos und Motorräder, gesperrt. Ziel ist es, gefährliche Wendevorgänge, haltende Fahrzeuge und eingeschränkte Sichtverhältnisse zu vermeiden, um mehr Sicherheit für den Weg in den Klassenraum herzustellen.

Um den Kommunen Rechtssicherheit zu geben und den Prozess zur Einrichtung einer Schulstraße zu vereinfachen, hat das Land Nordrhein-Westfalen 2023 als erstes Bundesland eine landesweite Regelung für Schulstraßen herausgegeben.

Hinweis: Dies ist nur ein erster Überblick. Informationen zur Vorbereitung, möglichen Partnern sowie weiteres Material erhalten sie nach einer Registrierung durch die Geschäftsstelle.

Arbeiter beim auftragen der Sprühkreide

Bei sogenannten Graffitis im Verkehrsraum wird wasserlösliche Sprühkreide genutzt, um temporäre Markierungen auf Straßen, Wegen oder Plätzen anzubringen. So können beispielsweise Gefahrenstellen, Baustellen oder unübersichtliche Verkehrssituationen sichtbar gemacht und Verkehrsteilnehmende direkt vor Ort auf mögliche Risiken aufmerksam gemacht werden. Die direkte Ansprache im konkreten Moment der Nutzung des Verkehrsraums sorgt für eine besonders wirksame Sensibilisierung, da Hinweise genau dort wahrgenommen werden, wo Aufmerksamkeit und Vorsicht erforderlich sind. 

Auf diese Weise kann Sprühkreide dazu beitragen, das Sicherheitsbewusstsein zu stärken und eine bewusstere sowie rücksichtsvollere Nutzung des öffentlichen Raums zu fördern. Die Kreide kann aber auch benutzt werden, um positive Visionen aufzuzeigen! So können unterschiedlichste Botschaften transportiert werden. Sprühkreide kann ein wirkungsvolles Werkzeug sein, um zu sensibilisieren und eine mögliche zukunftsfähige Gestaltung des öffentlichen Raums anzustoßen.

Hinweis: Dies ist nur ein erster Überblick. Informationen zur Vorbereitung, möglichen Partnern sowie weiteres Material erhalten sie nach einer Registrierung durch die Geschäftsstelle.